Warenrücksendung aus Großbritannien nach Polen: So läuft die Zollabwicklung

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Warenrücksendung aus Großbritannien nach Polen: So läuft die Zollabwicklung

Reklamation, unverkaufte Ware oder Rückkehr von der Messe: Rücksendungen aus UK sind ein EU-Import. Wir erklären die Rückwarenregelung und die nötigen Dokumente.

Aus Zollsicht ist eine Warenrücksendung aus Großbritannien nach Polen ein Import in die EU. Kehrt Unionsware in unverändertem Zustand zurück, grundsätzlich innerhalb von drei Jahren nach der Ausfuhr, kann sie über die Rückwarenregelung ohne Zoll zurückkommen. Voraussetzung ist der dokumentierte Nachweis der ursprünglichen Ausfuhr.

Wann Ware aus Großbritannien zurückkommt

  • Reklamationen und abgelehnte Lieferungen: Der Empfänger schickt eine fehlerhafte oder nicht bestellgerechte Partie zurück.
  • Unverkaufte Ware: Saisonende, Vertragsende, Bestand kehrt in ein Lager in Polen zurück.
  • E-Commerce-Retouren: Pakete und Paletten kommen von Kunden oder aus einem Retourenlager zurück.
  • Rückkehr von Messen: Stand und Ausrüstung fahren nach der Veranstaltung heim. Bei Messereisen lohnt es sich, von Anfang an ein ATA-Carnet zu erwägen, das die vorübergehende Ausfuhr und den Rückweg vereinfacht.

Der gemeinsame Nenner: Jede solche Rückkehr ist formal eine Einfuhr in die Europäische Union und durchläuft den Zoll, genau wie ein Warenkauf in UK. Der Unterschied: Für zurückkehrende Unionsware sieht das Recht einen eigenen, günstigen Weg vor.

Rückwaren: Wie die Ware ohne Zoll zurückkommt

Rückwaren (returned goods relief): eine Institution des Zollkodex der Union, nach der Unionsware, die aus der EU ausgeführt wurde und in unverändertem Zustand zurückkehrt, grundsätzlich innerhalb von drei Jahren nach der Ausfuhr, von den Einfuhrabgaben befreit werden kann. Voraussetzung ist der Nachweis, dass genau die Ware zurückkommt, die ausgereist ist.

In der Praxis zählen drei Dinge. Erstens muss es dieselbe Unionsware sein, die die EU verlassen hat. Zweitens muss sie unverändert zurückkehren: in Großbritannien weder verarbeitet noch verbessert. Drittens muss die Ausfuhr dokumentiert sein, also der vollständige Satz der ursprünglichen Exportpapiere vorliegen: die Ausfuhranmeldung mit Bestätigung, die Rechnung und die Transportdokumente. Dieser dritte Punkt macht die meisten Probleme, weil Exportdokumente nach der Lieferung gern wie Altpapier behandelt werden. Das sind sie nicht: Sie entscheiden, ob die Rücksendung ohne Zoll durchgeht oder wie ein gewöhnlicher Import mit vollen Abgaben behandelt wird.

Rückgabe der ganzen Sendung oder eines Teils

Am einfachsten ist es, wenn die ganze Sendung zurückkommt: Die Positionen der Rückanmeldung entsprechen eins zu eins den Ausfuhrpositionen. Häufiger kehrt aber nur ein Teil zurück, zum Beispiel zwei von zehn Paletten. Dann müssen die zurückkehrenden Positionen präzise mit den Positionen der ursprünglichen Ausfuhranmeldung verknüpft werden, mit Mengen und Werten, damit die Zollbehörde erkennt, dass es eine Teilmenge dessen ist, was ausgereist ist. Grundlage ist ein Rückgabedokument: eine korrigierte Rechnung oder eine Notiz, die beschreibt, was warum zurückkommt. Je genauer die Rücksendung beschrieben ist, desto weniger Fragen an der Grenze.

Wie die Abfertigung der Rücksendung in der Praxis abläuft

  • Eine Einfuhranmeldung in die EU mit dem Hinweis, dass es sich um Rückwaren handelt.
  • Die Dokumente der ursprünglichen Ausfuhr als Nachweis, dass die Ware die Union verlassen hat.
  • Ein Rückgabedokument: korrigierte Rechnung, Notiz oder Protokoll mit dem Grund der Rückkehr.
  • Auf britischer Seite ein Export aus UK, auf Unionsseite eine Einfuhr: Transport und Überfahrt laufen wie bei jedem Import aus Großbritannien.

Die Abfertigung bei der Einreise in die Union beschreiben wir ausführlicher im Beitrag über den Import aus Großbritannien nach Polen, den gesamten Grenzprozess im Text zur Zollabfertigung nach dem Brexit. Rücksendungen führen wir genauso wie Hinsendungen: Transport, Zoll auf beiden Seiten und Dokumente in einem Auftrag.

Sie haben Ware, die aus Großbritannien zurück soll, und sind nicht sicher, ob die Dokumente für die Rückwarenregelung reichen? Beschreiben Sie den Fall im Kontaktformular, wir prüfen den Satz, bevor der Lkw zur Abholung fährt.

Quellen

Häufige Fragen

Muss man für Ware, die aus Großbritannien nach Polen zurückkehrt, Zoll zahlen?
Nicht immer. Kehrt Unionsware in unverändertem Zustand zurück, grundsätzlich innerhalb von drei Jahren nach der Ausfuhr, kann die Rückwarenregelung greifen und der Zoll entfällt. Voraussetzung ist der dokumentierte Nachweis der ursprünglichen Ausfuhr. Ohne Ausfuhrbelege wird die Rücksendung wie ein gewöhnlicher Import behandelt, mit allen Folgen.
Welche Dokumente sollte man aufbewahren, um die Rückwarenregelung zu nutzen?
Vor allem den vollständigen Satz der ursprünglichen Exportdokumente: die Ausfuhranmeldung mit Bestätigung, die Rechnung und die Transportdokumente. Dazu ein Rückgabedokument, etwa eine korrigierte Rechnung oder eine Notiz mit dem Grund der Rückkehr, sowie Angaben, die die zurückkehrenden Positionen mit dem verknüpfen, was ausgereist ist. Je besser die Ausfuhr dokumentiert ist, desto reibungsloser die Rückabfertigung.
Was gilt, wenn nur ein Teil der Sendung aus Großbritannien zurückkommt?
Eine Teilrückgabe ist möglich, verlangt aber Präzision: Die zurückkehrenden Positionen müssen konkreten Positionen der ursprünglichen Ausfuhranmeldung zugeordnet werden, mit Mengen und Werten. Grundlage ist ein Rückgabedokument, das genau benennt, was warum zurückkommt. Je genauer die Angaben, desto geringer das Risiko von Rückfragen der Zollbehörden und eines stehenden Lkw an der Grenze.

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