Das Bußgeld für eine überladene Achse geht bei der Straßenkontrolle grundsätzlich an Fahrer und Frachtführer, denn sie verantworten den Zustand des in den Verkehr gebrachten Fahrzeugs. Die Haftung verschiebt sich jedoch zum Verlader, wenn dieser den Auflieger verplombt oder die Stapelweise vorgegeben hat. Neben dem Bußgeld stehen ein Weiterfahrverbot, das Umladen und ein geplatzter Liefertermin im Raum; den Streit über die Kosten entscheidet der Wortlaut des Auftrags.
Achslast ist nicht gleich Gesamtgewicht
Man kann das zulässige Gesamtgewicht einhalten und trotzdem die Last einer einzelnen Achse überschreiten. Entscheidend ist die Platzierung, nicht das reine Gewicht. Eine zu nah an der Aufliegerwand gestellte Palette verlagert Masse auf die hintere Achse, ein verschobener Schwerpunkt belastet die Antriebsachse. Brückenwaagen und mobile Waagen der Kontrolle messen genau die Achslast, weshalb eine auf dem Papier konforme Sendung auf der Waage unzulässig sein kann.
Wer zahlt tatsächlich?
Bei der Straßenkontrolle geht das Bußgeld meist an Fahrer und Frachtführer, denn sie verantworten den Zustand des in den Verkehr gebrachten Fahrzeugs. Hat jedoch der Verlader den Auflieger verplombt oder die Stapelweise vorgegeben, verschiebt sich die Verantwortung für die Gewichtsverteilung zu ihm. In der Praxis entscheidet der Streit ums Zahlen am Wortlaut des Auftrags und daran, wer die Ware physisch geladen hat. Die Höhe der Strafe hängt vom Land und vom Ausmaß der Überschreitung ab, daher klären wir konkrete Beträge individuell und raten nicht. Die praktischen Regeln für die Platzierung der Ware vor dem Wiegen haben wir im Leitfaden gesammelt, wie man die Ladung verteilt, um die Waage zu bestehen.
Fahrzeugstillstand und gesprengter Termin
Die echte Rechnung ist nicht nur das Bußgeld. Bei erheblicher Überschreitung kann die Kontrolle die Weiterfahrt bis zum Umladen oder Umverteilen der Ware untersagen, was Standzeit, zusätzliches Gerät und ein verlorenes Lieferfenster bedeutet. Bei Import und Export nach UK kommt das Risiko hinzu, einen Slot zu verlieren und in die Warteschlange zu rutschen, worüber wir in unserer Wissensdatenbank zu Lieferkettenrisiken schreiben. Eine falsche Beladung kann mehr kosten als die Strafe selbst.
Wie plant OTSL die Achslasten zur Ladung?
Die Gewichtsverteilung planen wir, bevor die Ware auf den Auflieger kommt, statt uns an der Waage zu rechtfertigen. Wir wählen das Fahrzeug passend zu Geometrie und Gewicht der Sendung, legen Palettenplatzierung und Schwerpunkt fest und greifen bei schwerer und ungewöhnlicher Fracht auf das Team für Schwer- und Übergrößentransporte zurück. Wir prüfen Frachtführer, damit am Steuer jemand sitzt, der Achslasten versteht und nicht nur das Gesamtgewicht, und schließen die Dokumentation, inklusive Abfertigung über unsere Zollagentur. So verlagern wir das Stillstandsrisiko vom Termin des Kunden auf die Planungsphase.
Wie lässt sich eine Achslastüberschreitung direkt bei der Straßenkontrolle beheben?
Wenn eine Fahrzeugwaage eine Überlastung der Antriebsachse um mehr als 5% anzeigt, musst Du nicht sofort ein zweites Fahrzeug organisieren. Meist reicht eine Neuanordnung der Ladung auf der 13,6 m langen Ladefläche des Sattelanhängers. Das Verschieben von 2 Paletten mit einem Gewicht von jeweils 800 kg um nur 1,5 Meter nach hinten entlastet die Sattellast ausreichend, um die vorgeschriebenen Achslasten ohne Teilentladung einzuhalten.
Der Faktor Zeit ist bei der Kontrolle entscheidend. Dauert die Umverteilung vor Ort länger als 2 Stunden, droht dem Fahrer eine Überschreitung der täglichen Lenkzeit von 9 Stunden. Dadurch verlängert sich der Zwangsstopp um eine vorgeschriebene 11-stündige tägliche Ruhezeit, was gebuchte Fährpassagen nach Großbritannien hinfällig macht.
Diese Methode der manuellen Anpassung gilt jedoch nicht, wenn Du ein unteilbares Einzelgut von mehr als 15000 kg transportierst oder der Sattelzug unter dem Versandverfahren T1 beziehungsweise mit einem TIR-Carnet versiegelt ist. Das eigenmächtige Entfernen eines Zollverschlusses ohne Zollbehörde führt zum Verfall der Transitdokumente und zum Einhalten weiterer behördlicher Maßnahmen.
Schritt für Schritt
- Gewicht kontrollieren. Prüfen Sie die Masse der Fracht vor dem Beladen anhand der Papiere.
- Gewichtsverteilung planen. Platziere schwere Paletten über den Achsen, um den Schwerpunkt stabil zu halten.
- Ladung sichern. Nutze Zurrgurte und Antirutschmatten gegen ein Verrutschen während der Fahrt.
- Auftragsbedingungen festlegen. Regeln Sie die Haftung für Beladung und Verplombung im Transportauftrag.
- Achslasten wiegen. Führen Sie bei unsicherer Gewichtsverteilung vor der Abfahrt eine Kontrollwägung durch.
Definitionen
- zGG (Zulässiges Gesamtgewicht): Das maximal zulässige Gewicht eines Fahrzeugs samt Ladung und Besatzung.
- Achslast: Die von den Rädern einer einzelnen Achse auf die Fahrbahn übertragene Masse.
- Verlader: Die Partei, die für das physische Beladen und Platzieren der Fracht verantwortlich ist.
- Frachtführer: Das Transportunternehmen, welches das Fahrzeug im Straßenverkehr betreibt.
Wann gilt diese Regel nicht?
Die Verlagerung der Verantwortung auf den Verlader gilt nicht, wenn der Fahrer die Ladung eigenständig verstaut hat und das Fehlverhalten bei der Gewichtsverteilung vor Abfahrt erkennbar war.
Die Rolle von OTSL
OTSL unterstützt bei der korrekten Planung von Frachten zur Vermeidung von Achslastüberschreitungen. Über den gewählten Straßentransport (FTL) oder flexible Sammelgut (LTL) Sendungen wird der Transport sachgerecht abgewickelt.
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