Um die Waage zu bestehen, verteilen Sie die Masse entlang des Aufliegerbodens, statt sie über einer Achse zu konzentrieren: Ein Fahrzeug kann im zGG bleiben und trotzdem die Last einer einzelnen Achse überschreiten. Platzieren Sie schwere Stücke gleichmäßig, berücksichtigen Sie die Entladereihenfolge, denn eine Teilentladung verändert die Verteilung auf der Weiterfahrt, und bestimmen Sie bei Sammelladungen das Gewicht jeder Partie beim Absender. Statische Waagen und Vorselektionssysteme messen genau die Last der einzelnen Achsen.
Warum ist es nicht nur eine Frage der Tonnage?
Der häufigste Fehler ist die Annahme, dass die Kontrolle bestanden wird, solange die Gesamtmasse innerhalb des zGG liegt. Das stimmt nicht. Nach vorn verschobene Ladung überlastet die Antriebs- oder Vorderachse, nach hinten verschobene Ladung überlastet die Hinterachse, obwohl die Gesamtmasse des Fahrzeugs zulässig ist. Eine schwere, konzentrierte Ladung (zum Beispiel eine einzelne Palette mit Metall) kann die Achslast überschreiten, obwohl der Auflieger scheinbar nicht voll ist. Es zählt also nicht nur, wie viel man wiegt, sondern wo man dieses Gewicht platziert.
Wie wird der Überschuss erkannt?
Die Kontrolle stützt sich auf zwei Gerätetypen. Statische Waagen, auf denen das Fahrzeug hält oder Achse für Achse auffährt, liefern ein als Beweis anerkanntes Ergebnis. Vorselektionssysteme wiegen das Fahrzeug in der Bewegung und wählen jene zum Anhalten aus, die überladen erscheinen. Die Vorselektion weckt den Verdacht, die eigentliche Messung erfolgt auf einer statischen Waage. Sammelladungen aus mehreren Absenderquellen (siehe LTL) lassen sich schwerer zurechnen als eine einzelne Komplettladung (FTL), weil Masse und Verteilung von mehreren Ladestellen abhängen.
Was passiert nach einer Überschreitung?
Eine Überschreitung des zGG oder der Achslast zieht eine Geldstrafe nach sich und vor allem ein Weiterfahrverbot, bis der Überschuss beseitigt ist. In der Praxis bedeutet das einen Stillstand, die Notwendigkeit, ein zweites Fahrzeug zu stellen, und das Umladen eines Teils der Ware vor Ort oder in einem nahen Lager. Das verursacht Kosten, Lieferverzug und das Risiko einer weiteren Kontrolle. Die genauen Bußgeldsätze sowie die Massen- und Achslastgrenzen unterscheiden sich zwischen den Ländern und müssen daher vor der Abfahrt für die gesamte Strecke geprüft werden, nicht nur für das Ladeland.
Wer haftet für die Überladung?
Die Haftung liegt nicht allein beim Fahrer. Auch der Absender, der die Ware für den Transport vorbereitet hat, und die für die Verladung verantwortliche Stelle sind für korrekte Lastverteilung und Masse verantwortlich. War die Ursache eine falsche Gewichtsverteilung bei der Verladung, kann die Haftung den Absender treffen, nicht nur den Frachtführer. Verlässliche Angaben zum Gewicht der einzelnen Stücke und zu ihrer Anordnung sind daher Teil des Auftrags und kein Zusatz. Wie sich Bußgelder und Haftung zwischen Frachtführer und Verlader aufteilen, behandeln wir im Artikel darüber, wer das Bußgeld für die überladene Achse zahlt.
Wie wird man an der Waage nicht angehalten?
Planen Sie die Lastverteilung vor der Verladung, nicht danach. Verteilen Sie schwere Stücke entlang des Aufliegerbodens, vermeiden Sie eine Konzentration der Masse über einer Achse und berücksichtigen Sie die Entladereihenfolge, denn eine Teilentladung verändert die Verteilung auf der Weiterfahrt. Bei Sammelladungen bestimmen Sie das Gewicht jeder Teilmenge beim Absender. Wenn Sie einen schweren oder schwer zu verteilenden Transport planen, beschreiben Sie ihn uns über das Kontaktformular, wir wählen Fahrzeug und Verladeart aus. Prüfen Sie auch die Grenzverfahren und die Zollabfertigung auf der Strecke, denn die Gewichtskontrolle findet oft am Übergang statt.
Schritt für Schritt
- Gewichte der Chargen ermitteln. Fordern Sie vor Ladebeginn präzise Gewichtsdaten für jeden Ladungsteil direkt vom Absender an.
- Ladungsverlauf planen. Verteilen Sie schwere Frachtstücke gleichmäßig über den Aufliegerboden, anstatt das Gewicht über einer Achse zu bündeln.
- Entladereihenfolge einplanen. Ordnen Sie die Fracht so an, dass Teilentladungen die Verteilung der Achslasten auf der Weiterfahrt nicht beeinträchtigen.
- Ladung zuverlässig sichern. Verzurren und sichern Sie die Waren, um ein Verrutschen beim Bremsen oder in Kurven zu verhindern.
- Achslasten vor Abfahrt prüfen. Überprüfen Sie die Ausbalancierung auf einer Betriebs-Wiegestation oder über fahrzeugeigene Messsysteme.
Definitionen
- Achslast: die Kraft, mit der eine einzelne Achse eines Fahrzeugs auf die Fahrbahn drückt, angegeben in Tonnen.
- Zulässiges Gesamtgewicht (zGG): die höchste zulässige Gesamtmasse des beladenen Fahrzeugs, die nicht überschritten werden darf.
- Statische Waagen: ortsfeste Messanlagen zur genauen Ermittlung des Gesamtgewichts und der einzelnen Achslasten im Stillstand.
- Vorselektionssysteme: in die Fahrbahn integrierte Messsensoren, die Achslasten von vorbeifahrenden Fahrzeugen im Fluss erfassen.
Wann gilt diese Regel nicht?
Die Standardregel zur Ladeverteilung gilt nicht beim Transport unteilbarer Großraum- und Schwertransporte, da die jeweilige Achslast von der Spezialkonstruktion des Aufliegers und Sondergenehmigungen hängt.
Die Rolle von OTSL
OTSL unterstützt Unternehmen bei der Vermeidung von Achslastüberschreitungen im grenzüberschreitenden Verkehr. Im Rahmen unserer Leistungen für Straßentransport (FTL) prüfen wir die Ladepläne und führen bei Bedarf Achslastkorrekturen in unseren Lagern in Milton Keynes und Kielce durch, wie im Fachbeitrag Umstauen und Umverteilung der Paletten auf dem Fahrzeug, UK beschrieben.
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