Kein ENS/ICS2 oder GVMS/GMR: Warum der Lkw an der UK-Grenze steht und wer die Standzeit zahlt KI-Grafik

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Kein ENS/ICS2 oder GVMS/GMR: Warum der Lkw an der UK-Grenze steht und wer die Standzeit zahlt

Ohne ENS/ICS2-Anmeldung und GMR-Nummer aus GVMS kommt der Lkw nicht auf die Fähre und kann an der UK-Grenze festgehalten oder zurückgeschickt werden. Wir erklären, wer wann anmeldet und wie wir das mit dem Transport verbinden.

Ohne gültige ENS/ICS2-Anmeldung für die Einfuhr in die EU und ohne GMR-Nummer aus dem britischen GVMS-System wird ein Frachtführer in der Regel nicht auf die Fähre oder den Eurotunnel-Shuttle gelassen. An der UK-Grenze kann der Lkw zur Kontrolle geleitet, festgehalten oder zurückgeschickt werden, und jede Stunde Stillstand ist ein Kostenfaktor, den jemand tragen muss.

Was passiert, wenn eine Anmeldung fehlt

ENS (Entry Summary Declaration) im ICS2-System ist eine vorab abzugebende Sicherheitsmeldung, bevor die Ware in das Zollgebiet der EU gelangt. (Quelle: taxation-customs.ec.europa.eu) GMR (Goods Movement Reference) ist eine im britischen GVMS erzeugte Nummer, die alle Zollanmeldungen einer einzelnen Fahrt verknüpft. (Quelle: gov.uk) Der Fähr- oder Eurotunnel-Betreiber prüft diese Daten schon vor dem Beladen. Fehlen sie oder sind sie unvollständig, darf der Fahrer schlicht nicht an Bord. Das ist keine Frage des guten Willens, sondern eine technische Voraussetzung der Abfertigung im Hafen.

Wer an meldet wann?

Für ENS/ICS2 ist grundsätzlich der Frachtführer oder der die Ware einführende Beteiligte verantwortlich, in der Praxis übernimmt das meist eine Zollagentur in seinem Namen, bevor die Fähre ablegt. Auf britischer Seite verbindet der GMR Einfuhr- und Ausfuhranmeldungen und entsteht deshalb erst, wenn die Zolldaten beider Seiten vorliegen. Die Reihenfolge zählt: zuerst die korrekten Waren- und Rechnungsdaten, dann die Zollanmeldungen, erst danach GMR und ENS. Verspätet sich ein Element, steht die ganze Kette. Deshalb sollten Zollabfertigung und Zollabwicklung parallel zur Tourenplanung laufen, nicht danach.

Was kostet ein stehender Lkw wirklich?

Ein Halt an der Grenze setzt die Standgeld-Uhr in Gang. Je nach Vertrag und Land bedeutet das Standgebühren für das Fahrzeug, das Risiko, den Fährslot zu verlieren, Folgeverzögerungen bei den nächsten Ladungen der Tour und, bei empfindlicher Ware, ein Risiko für die Ware selbst. Die genauen Sätze legen wir individuell fest, da sie vom Vertrag und vom Frachtführer abhängen. Eines ist sicher: Die Kosten steigen mit jeder Stunde, und Ursache ist oft eine einzige fehlende Nummer in einem System. Wo Lieferketten reißen, beschreiben wir in unserer Wissensdatenbank zu Risiken.

Wie verhindert OTSL das?

Bei OTSL sind Transport und Abfertigung eine Verantwortung, nicht zwei Firmen, die sich die Schuld zuschieben. Bevor ein Lkw Richtung Hafen fährt, haben wir die Warendaten erfasst, die Zollanmeldungen auf polnischer und britischer Seite vorbereitet, den GMR erzeugt und ENS/ICS2 abgegeben. Ein Ansprechpartner sorgt dafür, dass die Nummern vor dem Fährslot bereit sind, nicht erst in der Schlange am Tor. Wir betreiben eigene Zollagenturen in Polen und im UK sowie eine Agentur in Irland, sodass wir die Daten auf beiden Seiten der Grenze im eigenen Haus zusammenführen. Wenn Sie regelmäßige Fahrten auf die Insel planen, starten Sie mit unserer Richtung Großbritannien und dem Export nach UK, wo wir den gesamten Ablauf Schritt für Schritt beschreiben.

Schritt für Schritt

  1. Erstellung der Anmeldungen. Reichen Sie die Zollanmeldungen sowie die Sicherheitserklärung ENS im System ICS2 ein.
  2. Verknüpfung im GVMS. Tragen Sie die Referenznummern im britischen GVMS-System ein, um eine GMR zu generieren.
  3. Weiterleitung an den Fahrer. Übermitteln Sie die erzeugte GMR-Nummer vor Ankunft am Terminal an den Fahrer.
  4. Kontrolle am Check-in. Der Fähr- oder Zugbetreiber scannt die GMR und prüft den Status in den Zollsystemen.
  5. Freigabe zur Überfahrt. Nach erfolgreicher Prüfung fährt das Fahrzeug ohne Verzögerung auf das Schiff oder den Zug.

Definitionen

  • ENS (Entry Summary Declaration): Eine vorab abzugebende Summarische Eingangsdeklaration zur Erhöhung der Sicherheit vor der Einfuhr von Waren in das EU-Zollgebiet.
  • ICS2 (Import Control System 2): Das IT-System der Europäischen Union zur Erfassung und Verarbeitung von Frachtdaten vor dem Eintreffen an der Grenze.
  • GVMS (Goods Vehicle Movement Service): Das britische IT-System zur Überprüfung und Steuerung von Zollanmeldungen an den Grenzübergängen.
  • GMR (Goods Movement Reference): Eine im GVMS generierte eindeutige Referenznummer, die alle Zollanmeldungen für eine Fahrt verknüpft.

Wann gilt diese Regel nicht?

Die Pflicht zur Erstellung einer GMR und ENS-Anmeldung gilt nicht für Transporte innerhalb des EU-Zollgebiets, es sei denn, die Beförderung beinhaltet einen Transit durch ein Drittland.

Die Rolle von OTSL

Bei Transporten zwischen Großbritannien und der Europäischen Union prüft OTSL die Vollständigkeit der Zollunterlagen sowie deren Verknüpfung in den IT-Systemen. Nutzen Sie unsere Unterstützung bei der Fährbuchung und informieren Sie sich in unserem Ratgeber Zollabkürzungsverzeichnis über Grenzprozesse.

Quellen

Häufige Fragen

Sind ENS/ICS2 und GMR dasselbe?
Nein. ENS/ICS2 ist eine vorab abzugebende Sicherheitsmeldung für Waren, die in die EU gelangen. GMR ist eine Nummer aus dem britischen GVMS, die die Zollanmeldungen einer einzelnen Fahrt an der UK-Grenze verknüpft. Es sind zwei verschiedene Dokumente in zwei verschiedenen Systemen, und beide müssen vor dem Transport bereit sein.
Wer ist für die Abgabe dieser Anmeldungen verantwortlich?
Für ENS/ICS2 ist grundsätzlich der Frachtführer oder der die Ware einführende Beteiligte zuständig, meist über eine Zollagentur. Der GMR benötigt Daten beider Grenzseiten und entsteht erst nach Vorbereitung der Einfuhr- und Ausfuhranmeldungen. Bei OTSL übernehmen wir das selbst, damit der Fahrer nie auf eine fehlende Nummer wartet.
Was passiert, wenn ein Lkw ohne GMR am Hafen ankommt?
Ohne gültigen GMR lässt der Fähr- oder Eurotunnel-Betreiber das Fahrzeug in der Regel nicht an Bord. Der Lkw bleibt am Tor stehen, verliert seinen Fährslot und die Standgeld-Uhr läuft an. Eine Korrektur vor Ort ist oft schwierig, deshalb muss die Nummer bereit sein, bevor der Fahrer das Terminal erreicht, nicht erst in der Schlange.

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