Eine Europalette (EPAL) misst 1200 x 800 x 144 mm, wiegt rund 25 kg und trägt im Transport sicher bis zu 1500 kg. Auf die Ladefläche eines 13,6-m-Aufliegers passen 33 Europaletten, eine Palette belegt 0,4 Lademeter (LDM). Diese Zahlen bestimmen jede Frachtofferte, lernen Sie sie also vor dem Packen.
Fünf Zahlen, die Sie vor dem Packen kennen müssen
Ein Versender, der die Palettendaten kennt, verhandelt mit dem Frachtführer auf Augenhöhe. Hier die technischen Daten der EPAL-1-Palette nach den Angaben von EPAL:
- Maße: 1200 x 800 x 144 mm. Länge und Breite entscheiden über die Zahl der Paletten im Auflieger, die 144 mm Höhe zählen zur Gesamthöhe der Ladung.
- Eigengewicht: rund 25 kg. Rechnen Sie es zum Bruttogewicht der Sendung hinzu. Bei 33 Paletten sind das über 800 kg Holz, die mitfahren.
- Dynamische Traglast: bis 1500 kg. So viel trägt eine Palette sicher in Bewegung, auf den Gabeln und während der Fahrt.
- Statische Traglast: bis 4000 kg. So viel hält die unterste Palette bei gleichmäßig verteilter Last auf festem, ebenem Untergrund aus, etwa im Lagerstapel.
- Grundfläche: 0,96 m2. Diese Zahl brauchen Sie für die Umrechnung in Lademeter.
Die Folgen sind handfest: Packen Sie 1800 kg auf eine Palette, darf der Frachtführer die Übernahme verweigern; fällt es niemandem auf, kann die überladene Palette unterwegs brechen. Ein gekippter Stapel beschädigt Ihre Ware und die Ware des Nachbarn im selben Auflieger, und für mangelhaft vorbereitete Sendungen haftet der Absender.
Wie 13 viele Europaletten passen auf einen,6-m-Auflieger?
Ein Standard-Planenauflieger ist innen etwa 13,6 m lang und etwa 2,45 m breit. Europaletten stehen darin in drei Reihen mit der kurzen Seite nach vorn: 3 x 800 mm ergeben 2400 mm Breite, 11 Paletten zu 1200 mm belegen 13 200 mm Länge. Ergebnis: 33 Europaletten auf der Ladefläche. Von der Industriepalette mit 1200 x 1000 mm passen weniger hinein: zwei in der Breite, dreizehn in der Länge, also 26 Stück.
Eine einzige schief gestellte oder quer gedrehte Palette kann das ganze Ladeschema sprengen und zwei Stellplätze statt einem belegen. Eine seriöse Spedition fragt deshalb vor der Offerte nach exakten Maßen, Gewichten und Stückzahlen, nicht erst an der Rampe.
Stellplatz und Lademeter: die Sprache des Frachtführers
In jeder Sammelgut-Offerte tauchen zwei Begriffe auf. Ein Stellplatz ist die Bodenfläche einer Europalette im Auflieger, ohne Stapelung. Ein Lademeter (LDM) ist ein Meter Aufliegerlänge über die volle Breite und Höhe. Die Umrechnung ist einfach: 0,96 m2 Palettenfläche geteilt durch 2,4 m Ladebreite ergibt 0,4 LDM je Europalette. Zehn Europaletten sind 4 LDM. Eine Industriepalette belegt 0,5 LDM.
Wozu die Rechnerei? Bei Teilladungen und Sammelgut zahlen Sie für den belegten Raum, nicht für den ganzen Auflieger. Wer keine Lademeter rechnen kann, prüft keine Offerte und vergleicht keine zwei Angebote. Komplettladung und Stückgut nehmen wir in FTL oder LTL auseinander. Und wer nicht von Hand rechnen will, nutzt unseren Laderaumrechner: Maße und Palettenzahl eingeben, Auslastung und Lademeter ablesen.
Europalette oder Industriepalette: der Vergleich
| Parameter | Europalette (EPAL 1) | Industriepalette | Halbpalette |
|---|---|---|---|
| Grundmaß | 1200 x 800 mm | 1200 x 1000 mm | 800 x 600 mm |
| Grundfläche | 0,96 m2 | 1,2 m2 | 0,48 m2 |
| Stück auf 13,6 m Ladefläche | 33 | 26 | je nach Ladeschema, rund doppelt so viele wie Europaletten |
| Lademeter (LDM) | 0,4 | 0,5 | 0,2 |
| Typischer Einsatz | Handel und Produktion in Europa | schwerere Industriegüter, verbreitet in Großbritannien | Displays im Handel, kleine Partien |
Eine Falle für Exporteure: Auf dem britischen Markt gilt vielfach die Palette 1200 x 1000 mm als Standard, während in Deutschland und Polen die Europalette dominiert. Das Lager des Empfängers erwartet dann ein anderes Maß als Ihres, und damit ändern sich Stellplatzzahl und Frachtpreis. Klären Sie das Palettenmaß mit dem Empfänger vor der ersten Sendung.
Ladungshöhe und Doppelstock
Ein Standardauflieger nimmt Ladung bis etwa 2,6-2,7 m Höhe auf, ein Mega-Auflieger bis etwa 3 m. Steht Ihre beladene Palette bis etwa 1,2-1,3 m hoch, hat eine ebene Oberseite und druckfeste Ware, kann der Frachtführer eine zweite Lage daraufstellen. Statt 33 Stellplätzen bietet der Auflieger dann bis zu 66, und Ihre Fracht je Einheit wird deutlich günstiger.
Das Stapeln hat Bedingungen: stabile, ebene Palettenoberseite, Stretchfolie, druckfeste Ware und ein Gewicht innerhalb der Traglast der unteren Palette. Eine 1,4 m hohe Palette mit unebener Oberseite lässt sich nicht stapeln und zahlt oft für einen vollen Stellplatz, den sie gar nicht ausnutzt. Wie Sie Paletten stapelfähig machen und was Empfänger in Großbritannien verlangen, steht im Beitrag über das Stapeln von Paletten.
Überstehende Ware am Palettenrand ist ein Problem, kein Detail
Ein Karton, der 5 cm über die Palettenkante hinausragt, wirkt harmlos, richtet im Auflieger aber echten Schaden an. Überstehende Ware scheuert an Nachbarpaletten und Plane, fängt Stöße ab, die die Palette abfangen sollte, und verhindert das dichte Beladen: Plötzlich passen die 33 Paletten nicht mehr hinein. Viele Läger verweigern solchen Paletten zudem den Platz im Hochregal, weil der Überstand an der Konstruktion hängen bleibt.
Dazu kommt die rechtliche Ebene. Nach Artikel 10 der CMR haftet der Absender für Schäden, die durch mangelhafte Verpackung der Sendung an Personen, Betriebsmitteln und anderen Gütern entstehen, es sei denn, der Mangel war bei der Übernahme offensichtlich oder dem Frachtführer bekannt und er hat keine Vorbehalte erhoben. Nach Artikel 17 Absatz 4 Buchstabe b CMR kann sich der Frachtführer von der Haftung befreien, wenn der Schaden aus fehlender oder mangelhafter Verpackung folgt. Im Klartext: Über den Palettenrand ragende Ware schwächt Ihre Position in jedem Entschädigungsstreit. Wie Ware auf der Palette richtig gepackt und gesichert wird, zeigen wir in Paletten, Verpackung und Ladungssicherung.
Die Rolle von OTSL
Als internationale Spedition planen wir Ladungen so, dass der Auflieger ausgelastet ist und die Ware heil ankommt: Wir fragen vor jeder Offerte nach Maßen, Gewicht und Stapelfähigkeit jeder Palette. In unseren Lagern in Kielce, Legnica und Milton Keynes in Großbritannien können wir Ware umpalettieren, neu wickeln und vor der Weiterfahrt prüfen, auch bei Verkehren zwischen Polen, Großbritannien und der Schweiz. Schreiben Sie uns über das Formular, wenn Ihre Ladung von Leuten durchgerechnet werden soll, die das täglich tun, oder stöbern Sie in der Wissensdatenbank.
Schritt für Schritt
- Abmessungen prüfen. Stellen Sie sicher, dass Ihre Ware die Grundfläche von 1200 x 800 mm nicht überragt.
- Gesamtgewicht kontrollieren. Summieren Sie das Gewicht von Ware und Palette, um das Limit von 1500 kg Tragfähigkeit einzuhalten.
- EPAL-Kennzeichnung verifizieren. Überprüfen Sie das eingebrannte Logo auf den Klötzen, um die Echtheit der Holzpalette zu gewährleisten.
- Lademeter berechnen. Multiplizieren Sie die Palettenanzahl mit 0,4 LDM, um den Platzbedarf auf dem Auflieger exakt zu ermitteln.
- Ladung sichern. Befestigen Sie das Frachtgut vor der Übergabe an den Beförderer mit Umreifungsband oder Stretchfolie auf der Palette.
Definitionen
- EPAL (European Pallet Association): Die Organisation, die Lizenzen für die Herstellung und Reparatur standardisierter Holzpaletten in Europa vergibt.
- Europalette (EPAL 1): Eine genormte Holzpalette mit den Maßen 1200 x 800 x 144 mm für die europäische Logistik.
- LDM (Lademeter): Eine Maßeinheit für die Laderaumfläche eines Aufliegers, bei der eine Europalette 0,4 Lademetern entspricht.
- Palettenklotz: Ein konstruktives Holzelement der Palette, auf dem das offizielle Prüfzeichen eingebrannt ist.
KI-Grafik