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Ladebordwand, Kran oder Rampe: entladen, wo kein Tor ist

Drei Wege ohne Rampe zu entladen. Ladebordwand bis 1,5 t, Ladekran bei schwerer Ware, Rampe beim Empfänger. Was wann passt und was es am Preis ändert.

Hat der Empfänger weder Rampe noch Tor, bleiben drei Wege: Ladebordwand (bis 1,5 t je Hub, Standard bei Palettenware), Ladekran am Fahrzeug (schwere, lange oder über den Zaun zu setzende Ladung) oder Entladung durch den Empfänger mit eigenem Stapler. Die Wahl bestimmt den Fahrzeugtyp und damit Preis und Termin, sie gehört also vor das Angebot, nicht an den Liefertag.

Ein Ladekran hebt die Ladung über die Bordwand und setzt sie im Radius des Auslegers ab. Die Ladebordwand senkt die Ladung senkrecht auf Straßenniveau, direkt hinter dem Fahrzeug.

Vergleich

LadebordwandLadekranRampe beim Empfänger
Übliche Grenzebis 1,5 t je Hubmehrere Tonnen, je Auslegerkein Hublimit
Absetzortdirekt hinter dem Lkwim Auslegerradiusauf Rampenniveau
Hubwagen nötigjaneinStapler des Empfängers
Platzbedarfca. 3 m hinter dem LkwPlatz für StützenRangierfläche
Zeit je Stopp15–40 Min.30–90 Min.10–20 Min.

Wann genügt die Ladebordwand?

Die Ladebordwand ist richtig bei Palettenware, wenn keine Einzelpalette 1,5 Tonnen überschreitet, der Untergrund hinter dem Fahrzeug fest und einigermaßen eben ist und Platz zum Abrollen mit dem Hubwagen besteht. Das deckt die große Mehrheit der Lieferungen an Geschäfte, Werkstätten, Büros, Messehallen und kleinere Produktionsbetriebe ab.

Wann genügt sie nicht?

  • Ein Einzelstück über 1,5 Tonnen: Maschine, Transformator, Tank.
  • Die Ladung muss tief auf dem Gelände, hinter einem Zaun oder auf einer Decke abgesetzt werden.
  • Der Untergrund hinter dem Lkw ist Sand, Schlamm, ein abschüssiges Pflaster oder eine Bordsteinkante ohne Absenkung.
  • Nicht palettierte Ware, die sich nicht mit dem Hubwagen bewegen lässt.

Dann braucht es einen Kran oder die Entladung durch den Empfänger. Das ist kein Zuschlag auf dasselbe Fahrzeug, sondern ein anderes Fahrzeug und ein anderer Termin.

Vor dem Angebot klären

  1. Hat der Empfänger Rampe oder Tor. Erste und wichtigste Frage.
  2. Gewicht der schwersten Einzelpalette oder des schwersten Stücks.
  3. Untergrund und Platz zum Abrollen hinter dem Fahrzeug.
  4. Ob jemand vor Ort ist und in welchen Zeiten.

Was kosten die drei Wege praktisch?

Die Ladebordwand steckt im Fahrzeugpreis und ist keine eigene Position, sie verkleinert aber den Pool verfügbarer Fahrzeuge, sodass sie bei kurzfristigen Terminen die Fracht verteuern kann. Der Ladekran ist ein anderes Fahrzeug und eine andere Kostenklasse, meist nach Kranstunden abgerechnet. Die Entladung durch den Empfänger ist am günstigsten, verlagert das Risiko aber dorthin: Fällt der Stapler aus oder kommt der Bediener nicht, steht das Fahrzeug und es läuft Standgeld.

Die häufige Falle: „der Empfänger hat einen Stapler"

Die Aussage, der Empfänger habe einen Stapler, kann zugleich zutreffen und nutzlos sein. Ein Lagerstapler fährt nicht aufs Pflaster vor dem Gebäude, ein Elektrostapler nicht über einen unebenen Hof, und der berechtigte Bediener hat womöglich frei. Bei einmaligen Lieferungen an neue Empfänger ist ein Fahrzeug mit Bordwand daher sicherer, auch wenn theoretisch ein Stapler existiert.

Touren mit mehreren Stopps

Bei mehreren Entladestellen verschiebt die Bordwand die Rechnung noch deutlicher. Ein Fahrzeug mit Bordwand bedient alle Punkte, unabhängig davon, ob einer eine Rampe hat. Ohne sie muss die Tour so gebaut werden, dass jeder Empfänger entladen kann, und ein einziger Punkt ohne Technik bringt den Plan zum Einsturz und erzwingt eine gesonderte Nachfahrt. Siehe auch: Liefern ohne Rampe: so vorbereiten, dass der Lkw nicht beladen wieder abfährt und Schwertransport: Genehmigungskategorien, Begleitfahrzeuge und Lichtraumprofil.

Die Rolle von OTSL

Wir fahren Verteilerverkehre mit 12- und 18-Tonnern mit Ladebordwand nach Deutschland, in die Niederlande, nach Belgien, Frankreich und Österreich sowie europaweit in der Messelogistik. Wir fragen Rampe und Palettengewicht von uns aus ab, damit vor Ort kein Fahrzeug steht, mit dem sich nicht entladen lässt.

Daten, Parameter und Angebotsformular: Motorwagen mit Ladebordwand, 12 t und 18 t.

Definitionen

  • Ladekran (HDS): Ein am Lkw montierter hydraulischer Kranausleger zum Heben und Absetzen von Lasten im Aktionsradius des Auslegers.
  • Ladebordwand: Eine am Heck des Fahrzeugs angebrachte Hubplattform, die Frachtstücke senkrecht auf Fahrbahnniveau absenkt.
  • Laderampe: Eine bauliche Erhöhung auf Höhe der Lkw-Ladefläche, die das direkte Befahren des Laderaums ermöglicht.
  • Hubwagen: Ein manuelles oder elektrisches Arbeitsmittel zum Versetzen von Paletten auf ebenem Untergrund.

Wann gilt diese Regel nicht?

Diese Regel gilt nicht, wenn der Empfänger vor Ort über einen eigenen Gabelstapler verfügt und das Entladen des Lkw selbständig durchführen kann.

Quellen

Häufige Fragen

Sind Ladebordwand und Ladekran dasselbe?
Nein. Die Ladebordwand senkt die Ladung senkrecht direkt hinter dem Fahrzeug ab und hebt bis 1,5 Tonnen. Der Kran hebt über die Bordwand und setzt im Auslegerradius ab, auch hinter einem Zaun. Das sind zwei Fahrzeuge, keine Optionen an einem.
Wie viel Platz braucht die Ladebordwand hinter dem Fahrzeug?
Etwa drei Meter festen, einigermaßen ebenen Untergrund. Sand, Schlamm, eine hohe Bordsteinkante ohne Absenkung oder eine Böschung machen das Abrollen mit dem Hubwagen unsicher.
Lässt sich die Ladebordwand am Liefertag nachbestellen?
Praktisch nicht. Die Ladebordwand ist Ausstattung eines bestimmten Fahrzeugs, keine Zusatzleistung an einem beliebigen Lkw. Eine Änderung bedeutet ein anderes Fahrzeug und meist einen anderen Termin. Deshalb fragen wir die Rampe bereits im Angebot ab.

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