Mautgebühren sind ein realer und veränderlicher Teil des Frachtpreises. In weiten Teilen Mitteleuropas wird die Maut pro Kilometer berechnet und hängt vom Gewicht, der Achszahl und der Emissionsklasse ab, in Deutschland seit Dezember 2023 zusätzlich vom CO2 Ausstoß. Deshalb können zwei ähnliche Strecken unterschiedlich kosten.
Warum wiegt die Maut im Preis steckt und wie schwer sie?
Wenn Sie ein Transportangebot erhalten, steckt die Maut im Preis und erscheint selten als eigene Position. Sie ist aber ein harter Kostenpunkt: Der Frachtführer zahlt dem Staat für jeden Kilometer auf gebührenpflichtigen Straßen. Auf längeren Strecken durch mehrere Länder kann die Maut neben Kraftstoff und Fahrerzeit einer der größten Posten sein. Wer versteht, woraus sie sich zusammensetzt, versteht auch, warum der Preis für eine scheinbar gleiche Strecke abweicht.
Deutschland: LKW-Maut und Toll Collect
Die deutsche LKW-Maut, betrieben von Toll Collect, ist ein klares Beispiel für die Berechnung pro Kilometer. Der Satz hängt von der gefahrenen Strecke, dem Gewicht, der Achszahl ab einer bestimmten Grenze und der Emissionsklasse ab. Seit Dezember 2023 kam ein CO2 Anteil hinzu, und die Fahrzeuge wurden in fünf CO2 Klassen eingeteilt: je sauberer das Fahrzeug, desto niedriger der Aufschlag. Deshalb kostet derselbe Kilometer für einen alten und einen neuen Lkw unterschiedlich.
Neue Mautbestandteile in Deutschland: Seit dem 1. Dezember 2023 enthält der Satz einen CO2 Aufschlag von 200 Euro je Tonne CO2, und seit dem 1. Juli 2024 gilt die Maut für Fahrzeuge ab 3,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht, zuvor lag die Grenze bei 7,5 Tonnen (Quelle: Toll Collect).
Österreich, Tschechien, Slowakei, Ungarn und Polen: Abrechnung pro Kilometer
In diesem Teil Europas überwiegt die elektronische, streckenbezogene Maut. Das österreichische GO System von ASFINAG umfasst Autobahnen und Schnellstraßen für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen und wird mit einer GO-Box abgerechnet (Quelle: ASFINAG). Tschechien hat MYTO CZ, die Slowakei ein eigenes elektronisches System, Ungarn betreibt seit 2013 HU-GO, und Polen nutzt e-TOLL (Quelle: e-TOLL). Überall hängt der Preis von Fahrzeugkategorie, Achszahl und Emissionsklasse ab, der gleiche Kilometer kostet also nicht überall gleich.
Frankreich und Italien: Autobahnen mit Schranken
Im Westen und Süden ist das Modell oft anders. Frankreich und Italien nutzen weitgehend ein geschlossenes System: Der Fahrer zieht bei der Einfahrt ein Ticket und zahlt bei der Ausfahrt, die Gebühr richtet sich nach dem gefahrenen Abschnitt und der Fahrzeugkategorie. Für die Planung heißt das, dass die Wahl zwischen gebührenpflichtiger Autobahn und einer längeren freien Straße Kosten und Zeit deutlich verändert. Das ist eine der Entscheidungen, die wir bei der Planung des Straßentransports treffen.
Warum kosten zwei ähnliche Strecken unterschiedlich?
Kilometer ist nicht gleich Kilometer. Der Preis hängt davon ab, durch wie viele gebührenpflichtige Abschnitte und Länder die Strecke führt, welche Emissionsklasse und welches Gewicht das Fahrzeug hat, wie viele Achsen es hat und ob es über Schrankenautobahnen oder elektronische Maut fährt. Eine in Kilometern kürzere Strecke durch ein teureres Land oder über gebührenpflichtige Autobahnen kann mehr kosten als ein längerer Umweg über günstigere Straßen.
Was verteuert die Fahrt sonst noch?
Neben der Maut belasten weitere Faktoren die Strecke: Fahrverbote an Wochenenden und Feiertagen, saisonale Beschränkungen in den Alpen, Wechselkurse, weil die Maut in Euro, Kronen oder Forint gezahlt wird, und nötige Umwege. Deutschland ist ein guter Bezugspunkt, deshalb haben wir die Details auf unserer Seite zum Transport nach Deutschland zusammengestellt.
Wie fragt man die Maut im Angebot liest und nach einer Strecke?
Wenn Sie verstehen wollen, warum eine bestimmte Strecke diesen Preis hat, bitten Sie um eine Aufteilung in Kraftstoff, Fahrerzeit und Straßengebühren. Wir zeigen gern, wie sich die Kosten auf Ihrer Relation zusammensetzen. Schreiben Sie über unser Kontaktformular, und wir passen die Strecke an Termin und Budget an.
Schritt für Schritt
- Fahrstrecke festlegen. Sie planen den Routenverlauf unter Berücksichtigung mautpflichtiger Strecken.
- Fahrzeugdaten prüfen. Sie überprüfen das Gesamtgewicht, die Achsanzahl und die Schadstoffklasse des Fahrzeugs.
- Mautgebühren berechnen. Sie ermitteln die geschätzten Straßennutzungsgebühren für alle Länder.
- Erfassungsgeräte aktivieren. Sie stellen sicher, dass die On-Board-Units ordnungsgemäß eingerichtet sind.
- Kosten in den Preis einrechnen. Sie kalkulieren die Mautaufwendungen direkt in die Frachtrate ein.
Definitionen
- LKW-Maut (Lastkraftwagen Maut): Eine entfernungsabhängige Gebühr für die Nutzung von Straßen durch Güterfahrzeuge.
- Toll Collect: Der Betreiber des Mautsystems zur automatischen Erfassung von Straßennutzungsgebühren in Deutschland.
- CO2-Klasse (Kohlenstoffdioxid): Eine Emissionskategorie, die den Aufschlag auf die Mautrate bestimmt.
- FTL (Full Truck Load): Ein Komplettladungsverkehr, bei dem der gesamte Frachtraum für eine Sendung genutzt wird.
Die Rolle von OTSL
OTSL berechnet die anfallenden Straßengebühren transparent für jeden Straßentransport in Europa. Wir sorgen für klare Preisstrukturen bei allen Routen, wie wir es auch bei grenzüberschreitenden Abläufen für Schweizer Lieferungen handhaben.
KI-Grafik