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Wissensbasis

Baustellenlieferung mit Ladekran-Entladung: wie man sie plant

Eine Materiallieferung auf die Baustelle gelingt, wenn sie vom Ort her geplant wird, nicht vom Fahrzeug. Wir erklären, wie man Avisierung und Zeitfenster setzt, was bei Zufahrt und Untergrund zu prüfen ist, wo die Abladezone liegt und wie man die Lieferung mit dem Montageteam abstimmt.

Eine Baustellenlieferung mit Ladekran-Entladung plant man vom Ort her, nicht vom Fahrzeug. Vereinbaren Sie Zeitfenster und Avisierung mit der Bauleitung, prüfen Sie Zufahrt und Tragfähigkeit des Untergrunds, legen Sie die Abladezone in Kranreichweite fest und sorgen Sie für eine entscheidungsbefugte Person vor Ort. Dann ist der Lkw in einigen Dutzend Minuten entladen, statt Baustelle und Team zu blockieren.

Die polnischsprachige Fassung dieses Artikels ist die maßgebliche. Dies ist eine informative Übersetzung.

Ein Ladekran (in Polen HDS genannt) ist ein auf dem Lkw montierter Kran. Er entlädt Material dort, wo es weder Rampe noch Stapler gibt, und seine Tragkraft sinkt mit der Ausladung: je weiter vom Fahrzeug, desto weniger lässt sich heben.

Avisierung und Zeitfenster auf der Baustelle

Eine Baustelle ist kein Lager: Es gibt keine feste Rampe und keine ganztägige Warenannahme. Vereinbaren Sie mit der Bauleitung ein konkretes Entladefenster und bestätigen Sie es am Vortag. Melden Sie Fahrzeug und Fahrer vorab an, wenn das Gelände Ausweise verlangt, und geben Sie die Telefonnummer der Person an, die die Entladestelle zeigt. Sonst verliert der Fahrer die erste halbe Stunde mit der Suche nach jemandem mit Entscheidungsbefugnis, und das Fenster schrumpft.

Zufahrt und Untergrund: was vor der Gestellung zu prüfen ist

  • Ob die Zufahrt einen beladenen Lkw trägt: Einfahrten, Kurven, Tor, Tonnagegrenzen
  • Ob der Untergrund an der Entladestelle befestigt ist und die Kranstützen trägt
  • Ob über dem Arbeitsbereich Stromleitungen oder Gerüstteile hängen
  • Ob daneben Baugruben liegen, die das Aufstellen der Stützen ausschließen
  • Ob der Lkw nach der Entladung wenden oder vorwärts hinausfahren kann

Abladezone und Kranreichweite

Legen Sie die Abladezone so nah wie möglich am Einbauort fest, aber innerhalb der Reichweite des Ladekrans. Nennen Sie dem Frachtführer das Gewicht des schwersten Packstücks und die Distanz, über die es gereicht werden muss: Diese zwei Zahlen entscheiden über die Fahrzeugwahl. Material, das sofort am richtigen Platz liegt, erspart das zweite Umsetzen, das auf der Baustelle meist von Hand erfolgt und mehr kostet als der Transport selbst.

Abstimmung mit dem Montageteam

Das teuerste Szenario sind Monteure, die auf Material warten, oder Material, das wochenlang auf dem Platz liegt. Bei etappenweiser Montage, etwa von Stahlkonstruktionen, lohnt es sich, Lieferungen in Tranchen nach dem Bauzeitenplan zu teilen und die Entladereihenfolge so zu setzen, dass die zuerst benötigten Teile oben liegen. Langmaterial und Sonderstücke melden Sie vorab: Sie brauchen ein anderes Fahrzeug und eine andere Sicherung, was wir auch bei den Übermaß-Ladungen behandeln.

Wie organisieren wir das?

Bei OTSL führen wir Baustellenlieferungen: von der Avisierung und der Wahl des Lkw mit Ladekran bis zu Lieferungen im Takt der Teams, auch zur festen Stunde. Beschreiben Sie Material, Ort und Termin im Kontaktformular, und wir schlagen einen Lieferplan vor.

Wie berechnet man Arbeitsradius und tatsächliche Traglast eines Ladekrans?

Die in den Fahrzeugpapieren angegebene Nennlast gilt nur bei vollständig eingefahrenem Kranausleger. Mit zunehmender Reichweite sinkt die Tragfähigkeit drastisch. Ein Ladekran mit einer Traglast von 4000 kg bei 2 Metern Auslenkung kann auf eine Distanz von 10 Metern beispielsweise nur noch 800 kg heben, was lediglich 20% seiner Nennleistung entspricht. Wenn Du eine 1200 kg schwere Palette in einem Abstand von 12 Metern absetzen musst, stößt ein Standard-Ladekran auf einem LKW mit 26 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht an seine Grenzen.

Analysiere vor der Buchung des Transports das Gewicht der einzelnen Ladeeinheiten und plane deren Positionierung auf der Baustelle:

  • Stelle sicher, dass Paletten mit einem Gewicht von über 1000 kg nahe an der Fahrzeugseite (bis zu 4 Meter von der Fahrzeugachse) abgeladen werden.
  • Kalkuliere ausreichend Zeit für die Entladung ein: Die Entladung von 15 Paletten dauert unter normalen Bedingungen etwa 2 Stunden.
  • Stimme das Zeitfenster mindestens 24 Stunden vor dem Eintreffen des LKW mit der Bauleitung ab.

Diese Beschränkungen der Reichweite gelten nicht, wenn auf der Baustelle autonome Mobilkrane oder Teleskoplader im Einsatz sind. In solchen Fällen bestimmt die Leistung des externen Hebezeugs und nicht die Hydraulik des Liefer-LKW das zulässige Gewicht sowie die Abladeweite.

Schritt für Schritt

  1. Avisierung vereinbaren. Stimmen Sie das Zeitfenster mit der Bauleitung ab und übermitteln Sie die Fahrzeugdaten.
  2. Zufahrt prüfen. Kontrollieren Sie Gewichtsbeschränkungen, Tragfähigkeit des Untergrunds und Zufahrtsmaße.
  3. Abladezone festlegen. Bereiten Sie einen stabilen Stellplatz in Kranreichweite vor und sichern Sie den Bereich ab.
  4. Anwesenheit sicherstellen. Sorgen Sie dafür, dass bei Ankunft eine entscheidungsbefugte Person vor Ort ist.
  5. Zügig entladen. Führen Sie die Entladung sicher durch und geben Sie die Stellfläche für nachfolgende Transporte frei.

Definitionen

  • HDS (Hydraulischer Ladekran): Ein auf einem Lkw montierter Kran zum selbstständigen Be- und Entladen von Gütern.
  • Avisierung: Die vorherige Anmeldung von Liefertermin und Fahrzeugdaten bei der Bauleitung.
  • Zeitfenster: Der festgelegte Zeitraum, in dem das Fahrzeug die Baustelle befahren und entladen darf.
  • Abladezone: Der gekennzeichnete Bereich auf der Baustelle im Reichweitenbereich des Krans.
  • Kranausladung: Die maximale Arbeitsweite des Kranarms, die die verbleibende Tragkraft bestimmt.

Wann gilt diese Regel nicht?

Diese Regel gilt nicht, wenn die Baustelle über einen eigenen stationären Kran oder Gabelstapler samt Bediener verfügt und kein Ladekran für die Entladung benötigt wird.

Die Rolle von OTSL

OTSL organisiert Gütertransporte und stimmt Baustellenlieferungen ab. Informieren Sie sich über unseren Straßentransport und lesen Sie Details im Artikel zu Project Cargo und Baustellenlogistik.

Quellen

Häufige Fragen

Was ist eine Ladekran-Entladung?
Ein Ladekran (in Polen HDS genannt) ist ein auf dem Lkw montierter Kran. Ladekran-Entladung heißt, dass der Lkw das Material selbst entlädt, ohne Rampe und ohne Stapler, was auf Baustellen Standard ist. Die Krantragkraft sinkt mit der Ausladung, daher zählen für das Angebot das Gewicht des schwersten Packstücks und die Reichdistanz.
Was sollte vor einer Ladekran-Lieferung auf der Baustelle bereit sein?
Ein bestätigtes Zeitfenster, Ausweise für Fahrzeug und Fahrer, falls das Gelände sie verlangt, eine entscheidungsbefugte Person mit Telefon, eine befestigte Entladestelle mit Platz für die Kranstützen und eine freie Abladezone in Kranreichweite, fern von Stromleitungen und Baugruben. Prüfen Sie auch, ob der Lkw nach der Entladung hinausfahren kann.
Kann ein Ladekran Langmaterial und Stahlkonstruktionen entladen?
Ja, sofern das richtige Fahrzeug gewählt wird und die Parameter vorab gemeldet sind: Länge der Teile, Gewicht des schwersten Stücks und Reichdistanz. Langmaterial braucht eine andere Sicherung und mehr Rangierraum, und die größten Konstruktionen sind mitunter schon Großraumtransporte mit eigenen Anforderungen.
Was, wenn die Baustelle keine befestigte Zufahrt hat?
Sagen Sie das vor dem Angebot, nicht erst bei der Entladung. Lösungen gibt es: Entladung am Rand des Geländes mit Übergabe per Kran über Distanz, ein Fahrzeug mit geringerem Bodendruck oder eine Lieferung in Etappen mit kleineren Fahrzeugen. Das schlechteste Szenario ist ein festgefahrener Lkw oder ein Kran ohne Standplatz, denn dann kehrt die Lieferung um oder wartet auf Gerät.

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