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Wissensbasis

Plane, Mega oder Curtainsider: welcher Auflieger für welche Ladung

Die drei häufigsten Aufbauten im Straßentransport unterscheiden sich in Höhe, Verladeart und Verfügbarkeit. So unterscheidet sich der Standard-Planenauflieger von Mega und Curtainsider, und so wählen Sie richtig, damit der Lkw nicht leer abfährt.

Ein Standard-Planenauflieger bietet rund 13,6 m Länge, 2,45 bis 2,48 m Breite und bis etwa 2,75 m Höhe, Platz für 33 Europaletten. Der Mega erreicht dank abgesenkter Sattelkupplung rund 3 m Innenhöhe, der Curtainsider öffnet die ganze Seite für schnelles Verladen. Gewählt wird nach Ladungshöhe, Verladeart und Gewicht.

Die Plane: der universelle Standard

Die meisten palettierten Ladungen in Europa fahren im Standard-Planenauflieger. Der klassische Aufbau hat Bordwände und Steckbretter, trägt also einen Teil der Sicherung selbst bei, und die Ware kann von oben, von der Seite und von der Rampe verladen werden. Die Nutzlast hängt vom zulässigen Gesamtgewicht des Zuges ab, praktisch bis etwa 24 Tonnen. Passt die Ladung in die Standardhöhe und braucht keine Temperaturführung, ist die Plane meist die günstigste und am besten verfügbare Option im Straßentransport.

Der Mega: wenn jeder Zentimeter Höhe zählt

Ein Mega-Auflieger läuft hinter einer Zugmaschine mit abgesenkter Sattelkupplung, der Innenraum bietet rund 3 m Höhe und etwa 100 Kubikmeter Volumen. Er passt zu hoher oder leichter, aber voluminöser Ware: Verpackungen, Produktionskomponenten, Kunststofferzeugnisse. Achtung an den Rampen: der niedrigere Boden ändert den Anfahrwinkel und kann an älteren Docks Probleme machen, die Rampenhöhe also vor der Gestellung klären.

Der Curtainsider: Tempo beim Verladen

Beim Curtainsider läuft der Vorhang über die gesamte Länge auf, der Stapler lädt von der Seite, ohne Plane, Bretter und Rungen abzubauen. In Lägern mit hoher Rotation spart das an jedem Fahrzeug spürbar Standzeit. Ein Vorbehalt: der Vorhang selbst ist kein Sicherungsmittel. Ware im Curtainsider wird genauso gezurrt und gesichert wie in jedem anderen Auflieger. Die Ausnahme ist ein nach EN 12642 Code XL zertifizierter Aufbau, dessen verstärkte Wände einen Teil der Sicherungskräfte übernehmen können, sofern die Ware formschlüssig an den Wänden verladen ist.

Wenn kein Standard reicht

Ware über dem Profil des Aufbaus ist ein Fall für Plattform und Genehmigungen, den wir unter Übermaß-Transporte führen. Temperaturempfindliche Ware fährt im Kühlauflieger, beschrieben unter temperaturgeführte Transporte. Und füllt die Partie keinen Auflieger, zahlen Sie nicht für leere Meter: prüfen Sie Sammelgut und unseren Leitfaden FTL oder LTL.

Was kostet die falsche Auflieger-Wahl?

Ein Lkw, der vorfährt und die Ware nicht mitnehmen kann, bedeutet einen verlorenen Produktionstag, eine Gestellungsgebühr und einen neu zu bauenden Liefertermin. Nennen Sie in der Anfrage deshalb immer Ladungshöhe samt Palette, Bruttogewicht und Verladeart. Drei Zahlen, die einen sehr teuren Anruf ersparen.

Warum entspricht die Innenhöhe eines Aufliegers nicht immer der seitlichen Ladehöhe?

Wenn Du ein Frachtgut mit einer Höhe von 2,70 m auf einem Standard-Tautliner transportieren willst, musst Du die Konstruktion der oberen Dachkante berücksichtigen. Die seitliche Durchladehöhe ist in der Regel um 8 bis 12 cm geringer als die lichte Innenhöhe des Aufliegers. Wenn Dein Packstück genau 2,65 m hoch ist und seitlich per Stapler geladen wird, kann der Fahrer es ohne Anheben des Hubdachs nicht einladen. Bei Aufliegern mit Code XL-Zertifizierung nimmt die Verstärkte Plane bis zu 40% der Nutzlast über die Seitenwände auf, sofern der Lückenabstand zwischen den Paletten 15 cm nicht überschreitet.

Bei einer Beladung mit 33 Europaletten und einem Gesamtgewicht der Ladung von 24000 kg verlangt die Achslastverteilung, dass schwerere Paletten über dem Sattelzapfen und dem Achsaggregat platziert werden. Du musst mindestens 12 Zurrgurte mit einer Vorspannkraft von 500 daN anbringen, um die Ladung ordnungsgemäß gegen Verrutschen zu sichern. Formschlüssiges Laden ohne Hohlräume verkürzt die Sicherungszeit und schützt die Planen vor Beschädigungen im Fernverkehr.

Diese Regel gilt nicht, wenn Du unteilbare Schwergüter oder Holzkisten mit eigenen Anschlagpunkten transportierst. In diesen Fällen ist eine Direktzurrung am Außenrahmen des Fahrgestells anstelle einer Niederzurrung vorgeschrieben, und die Festigkeit der Seitenplane darf nicht in die Ladungssicherungsberechnung einbezogen werden.

Schritt für Schritt

  1. Ladung ausmessen. Bestimmen Sie die genauen Abmessungen der Ware mit besonderem Augenmerk auf Höhe und Gewicht.
  2. Verladeart festlegen. Prüfen Sie, ob die Fracht von oben, seitlich oder über eine Laderampe verladen werden muss.
  3. Aufliegertyp wählen. Entscheiden Sie sich je nach Abmessungen für Standardplane, Mega oder Curtainsider.
  4. Fracht sichern. Verwenden Sie passende Zurrgurte, Einsteckbretter oder Antirutschmatten entsprechend der Aufbauart.
  5. Transport beauftragen. Übermitteln Sie die Ladedaten an den Spediteur zur Bereitstellung des passenden Fahrzeugs.

Definitionen

  • Planenauflieger: Klassischer Lkw-Aufbau mit Bordwänden und Steckbrettern für Verladungen von oben, von der Seite und von der Rampe.
  • Mega-Trailer: Auflieger mit erweiterter Innenhöhe bis zu 3 Metern durch eine abgesenkte Sattelkupplung.
  • Curtainsider: Schiebegardinenauflieger mit beidseitig verschiebbaren Planen für schnelles seitliches Verladen.
  • Europalette (EPAL): Genormte Holzpalette mit den Maßen 1200 mal 800 mm für den europäischen Güterverkehr.
  • Sattelkupplung: Verbindungseinrichtung der Sattelzugmaschine zur Aufnahme und Lagerung des Aufliegers.

Die Rolle von OTSL

Wir unterstützen Sie bei der Auswahl des passenden Aufliegers für Ihre Güter im Rahmen unserer Straßentransport (FTL) Dienste. Wichtige Hinweise zur Frachtsicherung finden Sie auch im Beitrag Paletten, Verpackung und Ladungssicherung im internationalen Transport.

Quellen

Häufige Fragen

Wie viele Paletten passen in einen Standardauflieger?
Ein Standardauflieger nimmt 33 Europaletten mit 120 mal 80 cm in einer Lage auf. Die Nutzlast hängt vom zulässigen Gesamtgewicht des Zuges ab, praktisch bis etwa 24 Tonnen. Ist die Ware stapelbar, wächst die Zahl der Stellplätze, doch Palettentragkraft und Verpackung entscheiden, ob das zulässig ist.
Worin unterscheidet sich der Mega-Auflieger vom Standard?
Vor allem in der Höhe: der Mega bietet dank abgesenkter Sattelkupplung und tieferem Boden rund 3 m Innenhöhe, also etwa 100 Kubikmeter Volumen. Gewählt wird er für hohe oder leichte, voluminöse Ware. Nachteil kann der Anfahrwinkel an älteren Rampen sein.
Was, wenn die Ladung in keinen Standardauflieger passt?
Dann beginnt der Übermaß-Transport: Plattform statt Aufbau, Routenprüfung auf Profil und Tragfähigkeit, Genehmigungen, bei größeren Überschreitungen Begleitfahrzeuge. Das ist ein eigener Arbeitsmodus mit längerem Vorlauf, die Maße ungewöhnlicher Ladung gehören deshalb sofort in die Anfrage.

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