Der Import eines Brechers aus Großbritannien in die Europäische Union erfordert aufgrund der typischen Masse von 10–60 t und der erheblichen Bauhöhe die Organisation eines Übermaßtransports. Die Maschine fällt unter die CN-Tarifposition 8474 20 und erfordert vor dem Transport in der Regel eine Teildemontage. Nach dem Kauf auf einer UK-Auktion umfasst der Transport eine Ausfuhranmeldung sowie die EU-Einfuhrzollabfertigung.
Warum gilt ein Brecher stets als Übermaßtransport?
Ein Brecher (Englisch: crusher, Deutsch: Brecher) ist eine schwere Bau- und Baustoffaufbereitungsmaschine mit einem typischen Eigengewicht zwischen 10 und 60 Tonnen. Aufgrund ihrer Bauart überschreitet die Maschine die gewöhnlichen Abmessungen des Straßenprofils. Für den Straßentransport werden Anbauteile wie Förderbänder eingeklappt oder demontiert, um die Breite und Länge des Zuges zu verringern. Trotz des Einklappens der Förderbänder führt die hohe Grundkonstruktion dazu, dass der Transport eine große Gesamthöhe aufweist.
Die Überschreitung der zulässigen Abmessungen und des Gesamtgewichts macht den Einsatz von Spezial-Tiefladern erforderlich. Die Durchführung erfordert Genehmigungen für Schwer- und Übermaßtransporte in jedem Transitland sowie im Bestimmungsland. Auflagen bezüglich Begleitfahrzeugen oder Polizeibegleitung hängen von den örtlichen Vorschriften und den konkreten Maßen ab, die im Genehmigungsbescheid eingetragen sind.
Wie verläuft die Zollabfertigung für auf Auktionen in UK gekaufte Brecher?
Der Erwerb von Maschinen auf britischen Industrieauktionen erfordert die Ausfuhr aus dem britischen Zollgebiet und die Einfuhr in die Europäische Union. Der Auktionskauf wird durch eine Handelsrechnung oder den Auktionsbeleg dokumentiert, welcher als Grundlage für die Ermittlung des Zollwerts dient. Die Ware muss im britischen Zollsystem angemeldet werden, um das Ausfuhrverfahren einzuleiten.
Beim Überschreiten der Zollgrenze müssen die Frachtdokumente sowie Transit- oder Einfuhranmeldungen vorgelegt werden. Die maßgebliche Position der Kombinierten Nomenklatur für Brecher und Mühlen ist CN 8474 20. Bei der Ankunft in der Europäischen Union wird die Maschine zur endgültigen Einfuhr oder zum Verfahren mit aufgeschobener Einfuhrumsatzsteuer angemeldet, wobei die Zollbehörden die Unterlagen prüfen.
Import und Transport eines Brechers Schritt für Schritt
- Prüfung der Auktionsdokumente. Erhalt der Kaufrechnung und der technischen Spezifikationen bezüglich Transportgewicht und Abmessungen des Brechers.
- Vorbereitung der Maschine. Einklappen oder Demontieren der Förderbänder und Sichern beweglicher Teile auf dem Auktionsgelände.
- Genehmigungen für Übermaß. Beantragung der erforderlichen Transportgenehmigungen für die Route vom Vereinigten Königreich zum EU-Zielort.
- Ausfuhranmeldung im UK. Erstellung der Exportdeklaration im britischen Zollsystem auf Basis der Kaufunterlagen.
- Transit und Grenzübertritt. Beförderung auf einem Tieflader, Fähr- oder Tunnelpassage und Erledigung der britischen Ausfuhr an der EU-Grenze.
- Einfuhrabfertigung in der EU. Anmeldung der Maschine unter der Codenummer CN 8474 20 und Abrechnung der Zölle und Steuern.
Definitionen
- CN: Kombinierte Nomenklatur (ang. Combined Nomenclature), das achtstellige Warentarifsystem der Europäischen Union für zoll- und statistikrelevante Zwecke.
- EORI: Registrierung und Identifizierung von Wirtschaftsbeteiligten (ang. Economic Operators Registration and Identification), eine eindeutige Nummer für Zollabwicklungen in der EU und im UK.
- SAD: Einheitspapier (ang. Single Administrative Document), das standardisierte Formular für schriftliche Zollanmeldungen im internationalen Warenverkehr.
- MRN: Bewegungskontrollnummer (ang. Movement Reference Number), die von den Zollbehörden nach Annahme einer Ausfuhr- oder Versandanmeldung vergebene Kennnummer.
Checkliste für den Brechertransport
- Auktionsdokumente prüfen und das Maschinengewicht im Bereich von 10–60 t abgleichen.
- Kontrollieren, ob alle Förderbänder ordnungsgemäß in Transportstellung eingeklappt sind.
- Gesamthöhe und Gesamtbreite nach dem Verladen auf den Tieflader nachmessen.
- Genehmigungen für den Übermaßtransport für die gesamte Fahrstrecke einholen.
- Gültige EORI-Nummern des Exporteurs und Importeurs sicherstellen.
- Warentarifnummer CN 8474 20 in den Zolldokumenten eintragen.
Wann gelten diese Regeln nicht?
Die beschriebenen Regeln gelten nicht für Transporte, die ausschließlich innerhalb des Binnenmarktes der Europäischen Union stattfinden, da dort keine Zollformalitäten anfallen. Der genaue Ablauf der Abfertigung hängt von den Vereinbarungen im Kaufvertrag sowie den Bestimmungen im Reglement der jeweiligen Auktion ab. Fristen für die Abholung gelten nicht in dieser Form, es sei denn, der Abholort liegt innerhalb des Vereinigten Königreichs. Vorübergehende Verbringungen unter einem Carnet ATA (Admission Temporaire, das Dokument der vorübergehenden Verwendung) unterliegen abweichenden rechtlichen Bestimmungen. Siehe auch: Transport und Import eines Fahrmischers aus UK: Regeln und Transport und Import von Ballenpressen aus UK: Regeln und Zoll.
Die Rolle von OTSL
Die Firma OTSL Sp. z o.o. mit Sitz in Kielce (Polen) und einem Lagerstandort in Milton Keynes (England) organisiert Transporte von schweren Industriemaschinen. Das Unternehmen wickelt Übermaßtransporte auf Routen zwischen dem Vereinigten Königreich, Polen, der Schweiz, Norwegen und dem restlichen Europa ab. OTSL unterstützt Importeure bei den Zollprozessen und nutzt Mechanismen wie das Verfahren 42, um die Einfuhr von auf Auktionen gekauften Maschinen zu erleichtern.
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