Österreich ist ein EU-Markt, Ware aus Polen fährt also ohne Zollabfertigung. Einfach ist die Relation deshalb nicht: Fahrverbote an Sonn- und Feiertagen sowie in der Nacht, die GO-Maut für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen und die Beschränkungen des Alpentransits in Tirol können einen schlecht geplanten Lkw einen ganzen Tag kosten. OTSL organisiert FTL- und LTL-Transporte in alle österreichischen Bundesländer sowie den Transit durch Österreich nach Italien und auf den Balkan: mit einer um die Fahrverbote herum geplanten Route, avisierten Zeitfenstern und einem verantwortlichen Spediteur von der Beladung bis zur Zustellung. Unten: Korridore aus Polen, Richtwerte zur Laufzeit, Fahrverbote und Ladungsspezifik.
Straßenkorridore von Polen nach Österreich
Die Route richtet sich nach der Zustellregion, denn Österreich erstreckt sich weit von Ost nach West und jedes Ende des Landes wird über einen anderen Korridor bedient:
- Wien, Niederösterreich, Burgenland: durch Tschechien über Ostrava und Brünn oder durch die Slowakei; der kürzeste Weg aus Süd- und Zentralpolen.
- Linz und Oberösterreich: durch Tschechien, mit Anfahrt über Brünn oder Budweis.
- Graz und die Steiermark: durch Tschechien und den Raum Wien, weiter über die A2 nach Süden.
- Salzburg, Tirol, Vorarlberg: meist durch Deutschland über Bayern; Westösterreich liegt näher an München als an Wien.
Richtwerte: Bei Beladung am Morgen in Südpolen ist die Zustellung in Wien oder Linz am nächsten Arbeitstag das typische Szenario. Innsbruck und Vorarlberg brauchen in der Regel einen Tag mehr. Der reale Termin hängt vom Ladefenster, den Fahrverboten und dem Zeitfenster beim Empfänger ab und wird vom Spediteur im Angebot bestätigt, nicht von einer Preisliste.
Fahrverbote: Wochenende, Feiertage, Nacht
Österreich gehört zu den Ländern mit den strengsten Beschränkungen für den Schwerverkehr in Europa. Für Fahrzeuge über 7,5 Tonnen gilt ein Fahrverbot ab Samstagnachmittag sowie an Sonn- und gesetzlichen Feiertagen, dazu ein eigenes Nachtfahrverbot mit Ausnahmen für lärmarme Fahrzeuge. Der österreichische Feiertagskalender unterscheidet sich vom polnischen und vom deutschen, ein aus einem anderen Markt kopierter Fahrplan kann also auf einen Tag fallen, an dem in Österreich nicht gefahren werden darf.
Die Rechnung ist einfach: Ein Lkw, der den Beginn des Verbots verpasst, steht bis zu dessen Ende auf dem Parkplatz, der Fahrer verbraucht Lenkzeit und der Empfänger verliert sein Entladefenster. Deshalb planen wir rückwärts: vom Zeitfenster beim Empfänger über den Verbotsbeginn bis zur Beladestunde in Polen. Eine Übersicht nach Ländern: Lkw-Fahrverbote in Europa.
Tirol und der Brenner-Korridor
- Blockabfertigung: an verkehrsstarken Tagen dosiert Tirol die Einfahrt von Lkw auf die Inntalautobahn ab der bayerischen Grenze; die Kolonne rückt portionsweise vor, was Stunden kosten kann.
- Sektorale Beschränkungen: für ausgewählte Warengruppen beschränkt Tirol die Straßenbeförderung durch das Inntal; der Umfang wird immer wieder angepasst, daher prüfen wir vor jeder Abfahrt die aktuelle Rechtslage.
- Winterausrüstung: in der Wintersaison verlangen die österreichischen Vorschriften Winterreifen und Schneeketten an Bord; Kontrollen auf Alpenrouten sind Routine.
- ADR in Tunneln: die ADR-Tunnelcodes beschränken Gefahrgut in einem Teil der Alpentunnel, was Route und Laufzeit verändert.
Ladungen, die durch Österreich weiterfahren, etwa zu Empfängern oder Messen in Italien, planen wir als eine Kette: österreichische und italienische Fahrverbote in einem Fahrplan, damit der Lkw nicht zweimal steht. Details zur Relation Italien: Messetransport nach Italien.
GO-Maut und Bestandteile der Rate
Auf österreichischen Autobahnen und Schnellstraßen zahlen Fahrzeuge über 3,5 Tonnen die kilometerabhängige GO-Maut, berechnet nach gefahrener Strecke, Achszahl und Emissionsklasse; ausgewählte Alpenabschnitte haben eigene Sondermauttarife. Maut und Dieselzuschlag sind Teil der Rate, die wir im Angebot aufschlüsseln, damit der Kunde sieht, was der Preis enthält, statt nackte Summen zu vergleichen. Zum Nachlesen: woraus der Frachtpreis besteht und ein Frachtangebot richtig lesen.
FTL und LTL nach Österreich
- FTL, Komplettladungen: Planen-Fahrzeuge und Komplettzüge auf festen Export- und Importrelationen, Beladung beim Versender, Zustellung beim Empfänger, ohne Umschlag unterwegs.
- LTL und Sammelgut: Teilpartien ab einer Palette, konsolidiert auf der Österreich-Relation; bezahlt wird der belegte Laderaum, nicht der ganze Lkw.
- Beiladung: freier Laderaum auf einem ohnehin fahrenden Fahrzeug, eine Option für terminlich flexible Ware.
- Express-Transporter: wenn jede Stunde zählt, etwa bei stehender Produktionslinie beim Empfänger.
Die Wahl zwischen Komplettladung und Sammelgut ist eine Rechnung aus Kosten, Zeit und Umschlagrisiko; die Kriterien stehen in FTL oder LTL, die Regeln der Konsolidierung in Sammelgut und Teilladungen in Europa, und was neben Ihrer Palette fährt in LTL-Beiladung in der Praxis.
Welche Ladungen wir nach Österreich fahren
- ADR: Gefahrgut mit vollständiger Dokumentation und einer an die Tunnelcodes angepassten Route; siehe ADR-Transport.
- Kühltransport: temperaturgeführte Ladungen, auf Wunsch mit Temperaturaufzeichnung; siehe temperaturgeführter Transport.
- Übermaß: Maschinen und Konstruktionen mit den in den einzelnen Ländern erforderlichen Genehmigungen; auf Alpenrouten prüfen wir Lichtraumprofil und Tunnelgrenzen, bevor der Lkw losfährt; siehe Übermaßtransporte.
- Messeladungen: Stände und Exponate mit Zustellung im Aufbaufenster.
Messen in Österreich
Wien, Salzburg, Graz und Innsbruck haben feste Messekalender. Unionsware fährt ohne Carnet ATA zu österreichischen Messen, denn die Beförderung bleibt innerhalb der Zollunion; über den Erfolg entscheidet allein die Logistik. Auf- und Abbaufenster warten nicht auf einen verspäteten Lkw, deshalb planen wir Messeanlieferungen mit Puffer für Fahrverbote und Warteschlangen am Gelände. Details: Messetransport nach Österreich und Messetransport in Europa: Leitfaden; das komplette Angebot unter Messelogistik.
Was OTSL auf der Österreich-Relation organisiert
- FTL- und LTL-Transporte mit einem um Fahrverbote und Alpenbeschränkungen herum gebauten Fahrplan.
- Avisierung und Zeitfenster beim Empfänger sowie Statusinformationen während der Beförderung, ohne Nachfragen.
- Frachtdokumente: der CMR-Frachtbrief wird schon vor der Abfahrt erstellt und geprüft; Anleitung in CMR-Frachtbrief ausfüllen.
- Cargo-Versicherung für hochwertige Ladungen: Cargo-Versicherung.
- Transit durch Österreich nach Italien und auf den Balkan in einem Auftrag, mit einem Ansprechpartner.
Für ein Angebot genügen Warenbeschreibung, Abmessungen, Gewicht sowie Belade- und Zustellort; am schnellsten über das Kontaktformular. Weitere europäische Relationen unter Transportrichtungen.
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